Mit dem Belly Boat auf Dorsch
Deutsche Ostseeküste (Till Stüber) Es wurde mal wieder Zeit, dachten wir uns, sich in die Fluten der Ostsee zu stürzen. Somit planten wir einige Tage zuvor eine neue Angeltour an die deutsche Ostseeküste. Zuvor hatten wir bereits neue Boote bestellt, die wir nun endlich testen konnten. Pünktlich um halb sechs wurde ich am Sonntag Morgen bei meiner Freundin abgeholt. Die Hinfahrt gestaltete sich schon ein wenig schwierig, da der Nebel eine Sichtweite von weniger als 50 Meter zuließ. Einen Tag zuvor gab es in Richtung Schwarzenbek noch etwa 5cm Neuschnee und sehr rutschige Straßen. Sehr langsam und vorsichtig fuhren wir also auf die Autobahn A24 in Richtung A1 und weiter nach Norden. Der Nebel wollte und wollte sich nicht verziehen, weshalb wir gut 1 ½ Stunden bis nach Kembs benötigten.
Als wir endlich am Wasser ankamen, sahen wir eine spiegelglatte Ostsee vor uns. Kaum eine Welle, also genau die Konditionen, die wir für die Belly Boat-Fischerei benötigen. Nun aber nichts wie los, dachten wir uns und so packten wir unser Gerät aus, pumptem die Boote auf und paddelten die Küste entlang.
Als wir dann die ersten Meter auf die Ostsee hinaus paddelten, sahen wir sofort die vielen Stellnetze der heimischen Fischer. Eigentlich nicht weiter schlimm, da wir in der Vergangeheit trotzdem immer unseren Fisch gefangen hatten. Vorbei an den ersten Netzen stieg auch schon der erste Fisch ein. Nach einem schönen Drill zeigte sich ein wohlgenährter Dorsch mit einer Länge von 55cm. Sein Mageninhalt verriet mir, dass er sich von Sandaalen ernährt hatte. Es wurde langsam tiefer und so wechselte ich den Köder. Statt eines Spöket, klemmte ich einen beschwerten sandbraunen Twister an meinen Wirbel. Ab in die Wellen damit und schon bei der zweiten Umdrehung spürte ich einen weiteren Schlag in meiner Rute. Als der Fisch an der Oberfläche war, sah ich, dass der Haken nich gut saß und so musste ich vorsichtig sein, um den Fisch nicht zu verlieren. Schließlich schaffte ich es doch und so durfte ich meinen zweiten Dorsch landen, deismal mit einer Länge von 65cm. Und auch dieser Fisch spuckte eine ganze Reihe Sandaale aus. Etwa 20 Minuten später fing auch Timo noch einen schönen Dorsch, den er aber sofort zurücksetzte.
Bis zum Mittag passierte dann nichts mehr. Wie abgestorben hatten wir keinen einzigen Biss mehr. Kurze Zeit später beobachteten wir die Fischer, die ihre netze einholten. Wohl auch ein zeichen dafür, dass die Dorsche heute einen anderen Platz aufsuchten, um zu fressen. Derweil paddelten wir an das Ufer, um eine Mittagspause zu machen. Wir beobachteten die Fischer, wie
sie ihre Stellnetze nun an verschiednenen Stellen auslegten. Wir sahen, dass sich viele Möwen über den Fischerbooten sammelten. Immer ein Zeichen dafür, dass die Fischer schlachten. Wir wussten also, wo der Dorsch sein musste.
Wir setzen uns wieder in die Boote und steuerten zu den Stellen, an denen die Fischer die Netze auslegten. Beim Fischen vom Belly Boat ist es von Vorteil, wenn die Strömung das Belly Boat treiben lässt. Dann wird ein wesentlich größerer Bereich abgefischt. Leider schlief der Wind nun volkommen ein und wir treiben nachezu auf der Stelle. Hinzu kam, dass der Himmel klarer wurde. Wir fischten noch eine Weile erfolglos, bevor wir eine weitere Pause machten. Belly Boat-Fahren kann sehr anstrengend sein und so sollte man sich zwischendurch immer wieder an Land erholen. Wir tranekn heißen Tee und genossen die frische Luft.
Nach einer weiteren erfolglosen Stunde, machten Timo und Chrischi eine weitere Pause und hofften auf die sonst so erfolgreichen Abendstunden. Ich versuchte es weiter und wurde tatsächlich auch belohnt. Als die beiden gerade wieder auf mich zupaddelten, knallte es erneut in meiner Rute und weiterer schöner Dorsch mit eine
r Länge von 55cm zeigte sich. Die Hoffnung war also wieder da. Allerdings fingen wir leider keinen weiteren Dorsch. Es blieb bei diesem letzten Fisch und langsam wurde es dunkel.
Somit fuhren wir wieder an Land, packten alles zusammen und Timo leerte seine Wathose, die undicht war und sich nach und nach mit Ostseewasser füllte. Ihm Stand das Wasser zum schluß schon bis zur Wade. Keine schöne Erfahrung bei diesen Temperaturen! Nachdem wir alles verstaut hatten, machten wir uns auf den Weg nach Hause.
Nebenbei eine ganz schön aufregende Rückfahrt. Völlig kaputt vom anstrengenden Tag auf der Ostsee fing es auch noch an zu regnen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, nicht wirklich eine entspannte Fahrt. Mal sehen, was wir auf unserer nächsten Tour so erleben.
Petril Heil und beste Grüße,
Till
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