Reisebericht Boddenangeln Mai 2009
Das sind keine 20 cm, FALK…
Die Planung für unsere Boddentour lief schon über Jahre, jedoch sollte es erst dieses Jahr mit der Umsetzung klappen. Wir wollten mit der Fliege im flachen Boddenwasser auf die großen Hechtdamen fischen und recherchierten im Vorwege sehr ausgiebig über Bedingungen, Angelplätze, Ruten- und Fliegenwahl. Die „Hechtprofis“ eines großen Hamburger Angelfachgeschäftes empfahlen langsam geführte 20 cm große Fliegen und Ruten der Klasse 8-9, wobei die Einheimischen doch eher mit riesigen Gummifischen vom Boot aus fischen. Also banden wir riesige Monsterfliegen der Sorten „halbes Huhn“ und „fliegendes Kaninchen“ und los ging das Abenteuer.
Nach gut drei Stunden Fahrt, über die A1 und die farblich und geschwindigkeitsbegrenzend sehr abwechslungsreich gestaltete A20, lag sie vor uns, die Brücke in den Himmel. Dabei wollten wir doch nur zum Hechtfischen. Der neue Rügendamm passt so gar nicht in die Landschaft, hat wahrscheinlich Milliarden und uns einige Nerven gekostet, da wir direkt an der Total-Tankstelle, an welcher die Fischereierlaubnis für die Küstengewässer in MV erhältlich ist, vorbeirasten. Also erstmal rüber auf die Insel, wieder zurück, Karte und gleich noch zwei Flaschen regionales Bockbier gekauft und dann über den alten Rügendamm rauf auf die Insel.
Nach einer kleinen Irrfahrt über kleine Dörfer ohne Straßennahmen (Wer braucht die schon?) fanden wir mit Hilfe eines freundlichen Einheimischen unsere gemütliche Unterkunft. Also Sachen verstaut und ran an den Bodden. Die Bodden rund um die Insel Rügen sind zum größten Teil nur maximal 2 m tief, mit sehr weitläufigen Flachwasserzonen. Genau in diesen Flachwasserzonen halten sich die großen Hechte noch kurz nach der Laichzeit auf. Also steuerten wir einen dieser Flachwasserbereiche an, sprangen in unsere Wathosen und machten die Ruten, Hühner und Kaninchen klar. Da wir ja sowieso nur schlecht hören können, viel unsere Rutenwahl dann doch deutlich leichter aus, Klasse 6 muss doch reichen.
Der Uferbereich war gerade mal 15-20 cm tief und so begann der lange Marsch in Richtung hüfttiefes Wasser. Doch schon nach den ersten Schritten explodierte unter Falks Füßen das Wasser und eine beeindruckende Hechtdame schoss in Richtung Horizont. Nachdem wir uns wieder einigermaßen beruhigt hatten, fischten wir uns vorsichtig ins tiefere Wasser vor. Nach ungefähr 500 m hatten wir hüfttiefes Wasser erreicht. Hier konnten wir den ersten 60er landen und hatten noch einige „schöne“ Fehlbisse auf orange/blaue halbe Hühner. Was war los?
Nachdem wir am nächsten Tag uns das Wasser genauer anschauten, war alles klar. Der Bodden war voll mit gerade mal 5 cm langen Stichlingen, die in Massen und in den schönsten Laichfarben im Flachwasser zu beobachten waren. Ich konnte gar nicht so schnell gucken und schon baumelte an Falks Vorfach ein 5 cm langer Zonker. Das sind aber keine…
Schnell geführt brachten diese kleinen Zonker den entsprechen Erfolg und selbst 80er Hechte vergriffen sich sehr agressiv an den kleinen Fliegen. So viel zu den Hamburger Hechtprofis.
Natürlich passierten in den drei Tagen, wie immer wenn Falk und ich unterwegs sind, viele lustige Katastrophen. Gerne berichten wir bei einem Bier am Howersee über vertauschte Ruten, platte Reifen, abgebrannte Häuser, kauzige Ranger, „hilfreiche“ Guides, protzige Villen und und und…
Bericht und Bilder von Andreas Nast