Reisebericht November 2007
Sonderborg (StGe) - Das Wort Herbst ist verwandt mit dem englischen "harvest", lateinisch "carpere" (= pflücken) und griechisch "karpós" was "Frucht oder Ertrag" bedeutet. Ursprünglich bedeutet Herbst also "Zeit der Früchte", "Zeit des Pflückens", "Erntezeit". Für die Bauern ist es die Ernte und für uns Fliegenfischer natürlich der Fang herrlicher Meerforellen im Herbst! Aber warum ist gerade der Herbst so erfolgreich? Frühjahr und Sommer haben die Meerforellen dazu genutzt, ihr Gewicht zu vergrößern, damit sie die strapazierende Laichwanderung im Herbst und den Aufbau von Rogen und Milch überstehen können. Die Herbstwanderung fängt meistens mit der ersten Schlechtwetterperiode im September/Oktober an. Die ganz großen Fische wandern meistens schon im Mai-Juni hinauf in die größeren Wasserläufe. Die kleineren Fische (die den Großteil ausmachen) bleiben noch ein paar Monate in der Speisekammer im Meer. Diese kleineren Fische beginnen im Spätsommer oder im frühen Herbst ihre Wanderung, zurück zu dem Wasserlauf, aus dem sie stammen. Meistens sind es gemeinsame Wanderungen von schwach gefärbten Fischen, die drei bis sechs Pfund wiegen und sowohl von männlichem als auch weiblichem Geschlecht sind und vielleicht schon Paare gebildet haben. Stößt man auf eine solchen Gruppe, kann man das beste Angeln des Jahres erleben, mit mehreren gefangenen Fischen innerhalb kürzester Zeit! Man darf nicht vor schlechtem Wetter mit Wind und Regen zurückschrecken, wenn es um das Angeln auf diese Fische geht. Bei gutem Wetter sind die wohlgenährten Fische schwer zu locken, doch ein solider Herbststurm kann sie dazu bringen, sich über alles zu stürzen, was ihnen in den Weg kommt. Oft fängt man diese Laichwanderer an genau den gleichen Stellen, an denen man zum Frühlingsanfang die Fische fängt, die nach dem Ablaichen auf dem Weg hinaus ins Meer sind. Nicht selten sind es die unscheinbaren Stellen, an denen die Fische zu finden sind und in der Regel gehört eine Menge Erfahrung dazu, sie zu finden. Und so staunten meine Kurskunden Matthias Körbs und Andreas Koke sowie unser alter Bekannter Tobias Hinzmann nicht schlecht, als ich Ihnen einige dieser Stellen zeigte und sie in kürzester Entfernung Meerforellen fingen. Jeder fing an diesem Wochenende mindestens zwei Meerforellen und so brachten wir es auf eine grandiose Fangausbeute von 15 maßigen Fischen! Es freut mich besonders, wenn ich bei meinen Seminaren dem einen oder anderen Blechangler von der Effizienz des Fliegenfischens überzeugen kann. Wie auch Andreas, der mir am nächsten Tag gleich diese nette Nachricht zukommen ließ: "Hi Stefan, hier einige Bilder vom Super Wochenende auf Als. Nochmals schönen Dank, hast du super rüber gebracht, bin voll infiziert.