Hower Fliegenfischer Club e.V.

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Reisebericht April 2007

 

Dänemark (STGE) - Wenn eine Ärztin auf eine Statistikerin, einen Studenten, einen Fotografen, einen Schüler, einen Versicherungskaufmann sowie zwei Gärtner trifft, dann könnte dies entweder im Wartezimmer einer Praxis sein - oder aber bei einem unserer Fliegenfischer-Seminare! Auch wenn, wie am vergangenen Wochenende, verschiedenste Charaktere zusammentreffen, finden sie doch schnell zusammen. Denn sie alle verbindet eine Leidenschaft: Das Fliegenfischen! Es ist Frühling an der Ostsee und die Frühjahrswanderung der Meerforelle von den Süß- oder Brachwassergebieten in das offenen Meer hat begonnen. Der genaue Zeitpunkt dieser Wanderung hängt von Klima und Ortslage ab. Es sind Faktoren wie Temperatur und Salzgehalt, die die Wanderungen der Fische bestimmen. Ist der Winter mild oder das Wasser ruhig, kann die Wanderung aus dem Wasserlauf oder dem Binnenfjord heraus schon Anfang des Jahres stattfinden. Das Entgegengesetzte gilt bei kalten Wintern oder in Gebieten mit hohem Salzgehalt. In diesen Fällen kann die Auswanderung weitaus später im Jahr (typisch im März und April) stattfinden. Kommt der Frühling plötzlich, ist die Auswanderung hektisch und von kurzer Dauer, ist das Entgegengesetzte der Fall, zieht sie sich über einen längeren Zeitraum hinweg. War der Winter lang und kalt und gab es Eisbildung in den Fjorden, wird man im Zeitraum unmittelbar nach dem Eisgang oft ein phantastisches Angeln erleben. Die Fische versammeln sich dann im ruhigen Inneren der Fjorde und sind sehr hungrig. Die Auswahl an Nahrung ist gleichzeitig sehr gering im kalten Wasser. War der Winter jedoch sehr mild sind die Fische an der offenen Küste verteilt, wo sie weitaus schwieriger zu finden sind als im unteren Teil der Fjorde. Nach dem Ablaichen zieht die Meerforelle hinaus in die reiche Speisekammer der Küste, wo sie das verlorene Gewicht schnell wieder kompensiert. Diese zunächst noch mageren und abgelaichten Fische werden oft von einer dickeren "Sorte Meerforelle", den sogenannten "Grönländern", begleitet. Diese kleinen, noch nicht geschlechtsreifen Meerforellen sind in brackige Gewässer oder in den unteren Teilen der Wasserläufe gezogen um zu überwintern. Diese nicht abgemagerten, blanken und überwiegend weiblichen Fische sind leider manchmal untermaßig und müssen dann zurückgesetzt werden. Die von Meerforellen ungeliebte Kombination von hohem Salzgehalt und niedrigen Wassertemperaturen hat sie dazu bewogen, Brackwasser oder sogar Süßwasser aufzusuchen. Auch die kleinen "Grönländer" und die großen abgelaichten Fische mögen diese Kombination nicht. Wenn die Temperatur fällt, müssen sie deshalb Gewässer mit geringerem Salzgehalt aufsuchen. Beide Kategorien ziehen bei steigenden Wassertemperaturen hinaus zum salzigeren, offenen Meer und haben dabei nur die großen Vorkommnisse von Ringelwürmern, Krebstieren und Kleinfischen im Kopf. Den ganzen Frühling schlemmen die Meerforellen erst Ringelwürmer, später Krabben, die auf Wanderung sind, laichende Heringe und vieles andere mehr. Parallel zu den steigenden Wassertemperaturen stieg auch die Vorfreude meiner Kursteilnehmer, als sie sich am vergangenen Freitag in unserer typisch dänischen Unterkunft einfanden und sich bei einem Frühstück von der Anreise erholen duften, während ich von den Fängen der vergangenen Wochen berichtete und die ersten Fragen beantworteten durfte. Als Einstieg wurde das Gerät zusammengestellt, Schnüre überprüft und unsere ausgereiften Vorfachverbindungen sowie Knoten einstudiert. Erste Trainingseinheiten am Wasser wurden mit Bravour absolviert, bevor am Abend bereits die ersten Meerforellen gelandet werden konnten. Ein herrlicher Tag mit zahlreichen Fängen, viel Sonnenschein und meisterlichen Würfen wurde mit einem leckeren Abendessen abgerundet, bei dem sich die Kursteilnehmer kennenlernen konnten und lockere Geschichten auf den Tisch kamen. Am Sonnabend stand Meerforelle mit Sour Creme-Kartoffel auf meinem Speiseplan und ich ging fest davon aus, keine Alternative bereit halten zu müssen. Fest in dem Glauben, dass meine Schüler die eine oder andere Meerforelle fangen würden. Auch diese Übung wurde entsprechend umgesetzt, wie die beigefügten Bilder zeigen. Am Sonntag wurden drei herrliche Tage mit einem Menü am Wasser abgerundet, bevor alle die Rückreise antraten. Und wenn sich Mirko am heutigen Montag auf seine Abi-Prüfung vorbereitet und Heike den nächsten Patienten hereinruft, dann bleibt allen die Erinnerung an ein traumhaftes Wochenende, an dem uns die Leidenschaft für das Fliegenfischen wieder vereint hat.

 

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