Happy Seatrout Day - 26.10.2007
Dänemark (SG) - Der vergangene Samstag stand wieder einmal ganz im Zeichen des "Happy Seatrout Day" und die Mitglieder des "Hower Fliegenfischer Club e.V." konnten es kaum erwarten, den Meerforellen gemeinsam nachzustellen. Die Insel Als lag an diesem Tag in einem grauen Nebelschleier und der Wind schlief noch als wir uns aufmachten zu den verschiedenen Angel-Plätzen. Wie zum Beispiel Anthony, der mit seinem Belly Boot auf den stillen Fjord hinaus paddelte - immer in der Hoffnung, die größte Meerforelle des Tages zu erwischen. Das hatte er sich fest vorgenommen, als er in sein dunkelblaues "U-Boat" stieg, bestückt mit einer Fliegenrute der Klasse 8, einer Sammlung Fliegen und seinen großen schwarzen Flossen, mit denen er sich sachte fortbewegte. Er konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, was ihm schon kurze Zeit später und völlig unerwartet an die Fliegenrute gehen sollte. Vom Ufer aus hörten wir plötzlich einen Aufschrei und sahen in der Folge einen spannender Drill, bei dem Anthony alle Hände und Füße voll zu tun hatte das Belly Boot auf Kurs halten und den Fisch an die Oberfläche bekommen - zwei echte Aufgaben! Das Boot drehte sich. Nicht vom Wind, sondern von den wilden Fluchten des Fisches getrieben. Die Rolle knirschte und immer wieder diese weiten und tiefen Fluchten seines Gegenübers. Das muss eine riesige Meerforelle sein, dachten wir uns derweil am Ufer und wir waren gespannt auf das, was zehn Minuten später den Weg in seinen Kescher fand. Erleichterung machte sich breit, bei Anthony: "58 Zentimeter !", rief er von Weitem und wir wunderten uns noch über die vermeintliche Meerforelle, die nicht so groß war wie gedacht und doch so stark kämpfte. Als er dann wieder an der Küste anlegte, sahen wir eine kugelrunde Regenbogenforelle mit vollen Flossen, silbernen Körper und der typischen rosa Färbung an Kiemen und Seitenlinie. Solche Fänge kommen immer mal wieder an der Ostseeküste vor, wenn Zuchtforellen aus Fischfarmen fliehen. Sie suchen dann in Küstennähe nach Nahrung und bieten dem Angler einen einmaligen Kampf.
Doch dieser Fang war nicht der einzige Höhepunkt an diesem Tag. Michael widerlegte nämlich die alte Weisheit, dass die Meerforelle der "Fisch der 1000 Würfe" sei! "Hauptberuflich" ist Michael Karpfenangler und genießt das Fischen mit Boillie auf seiner gemütlichen Karpfenliege an einem ruhigen See. Am liebsten am Howersee in Kirchwerder wo er schon viele dicke Schuppenträger auf die Matte legen konnte. Immer dabei auch sein Freund Axel, der ihn diesmal überreden konnte mitzukommen. Doch mit seiner Karpfen-Rute konnte das nichts werden und so lieh er sich kurzerhand Rute, Rolle und Wathose und machte das, was er vom Forellensee schon kannte: Er montierte die Rute mit Sbirolino und langem Vorfach und knotete anstatt Forellenteig eine Fliege an das Vorfach - eine kleine Grüne, die gefiel ihm nämlich! Noch ein Schrotblei davor, weil so macht er es auch am Forellensee. "Geh´ da vorne mal ins Wasser und taste dich auf die Muschelbank vor, dann kannst du dort die Kante abfischen!" Das gab ihm mein Vater noch mit auf den Weg zu seinem ersten Watgang in der Ostsee und kurze Zeit später kam er zurück. Im Gepäck eine 69 Zentimeterlange Meerforelle! Er beschrieb den Biss zunächst als zögerlich und weil sie nicht sofort fasste, ließ er die kleine Fliege samt Bleischrot einfach etwas absacken, bevor sie richtig zupackte. Er setzte den Anhieb und drillte den Salmoniden souverän in Richtung Kescher. Wir machten noch schnell ein Erinnerungsbild und setzten den gefärbten Fisch schonend zurück. Kein Problem für Michael, denn er kommt jetzt öfter mit auf Meerforelle und fängt seinen Fisch dann einfach im Frühjahr noch einmal, wenn sie etwas größer und vor allem blitzeblank ist! Dann schläft er vielleicht auch einfach mal im Auto, wenn er an einem Freitag Abend nach der Arbeit spontan an die Küste fährt. Zuvor muss er sich aber unbedingt noch eine eigene Wathose und leichtes Gerät zulegen, wie er uns erklärte. Fliegen, die benötigt er auch - vor allem grüne, denn grün fängt!