Das Leben und die Wanderung der Meerforelle - Teil I
Man muß damit rechnen, einen gewissen Einsatz zu leisten, bevor die erste Meerforelle sicher an Land geholt ist! Es gibt jedoch mehrere Faktoren, die das Leben und Verhalten der Meerforelle entlang der Küste bestimmen. Faktoren, die zur Lokalisierung der Fische benutzt werden können. Die beiden wichtigsten sind Nahrung und die physischen Verhältnisse. Dort wo Nahrung ist, findet man die Meerforelle - sie ist ja schließlich nur ins Meer gewandert um sich größer zu fressen, als sie es in ihrem engen Geburtswasserlauf hätte tun können. Es ist deshalb wichtig, das Leben im seichten Küstengewässer im Auge zu behalten. Wimmelt es an einer Stelle mit Kleinfischen, Krebstierchen oder Ringelwürmern, gibt es mehr als gute Chancen auch die Meerforelle anzutreffen! Ist das Küstengewässer jedoch frei von Kleintierchen, ist die Meerforelle sicher anderswo hingezogen und der Angler muß ihr folgen!
Teil I - Fjordforellen und Heringsfresser
In den größeren Fjordgebieten wird man häufig eine Forellenart antreffen, die nicht ganz "dem Jahr der Meerforelle" folgt. Hier ist die Rede von der sogenannten "Fjordforelle", einer Art Standfisch, mit festem Aufenthalt im Fjord das ganze Jahr hindurch. Oftmals wird sie nicht ganz blank, sondern hat das ganze Jahr einen goldenen Schimmer. Manchmal trifft man sogar auf Fjordforellen, bei denen einzelne rote Punkte des Jugendstadiums noch erhalten sind. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass Bach-, See,- und Meerforellen der gleichen Gattung angehören, aber an unterschiedlichen Orten angesiedelt sind. Diese Fjordforellen haben die relativ kleinen Lebewesen, die die Fjorde zu bieten haben, als Lebensgrundlage. Es gibt jedoch auch die sogenannten "Heringsfresser", deren Beutetiere nicht groß genug werden können. Wenn der junge Fisch aus dem Wasserlauf kommt, um zu einer großen Meerforelle heranzuwachsen, bleibt er am Anfang im seichten Wasser direkt unterhalb der Küste. Hier bilden die relativ kleinen Lebewesen, wie bei der Fjordforelle, die Nahrungsgrundlage. Wenn er jedoch eine Größe von vielleicht 3-4 Pfund erreicht hat, können die kleinen Beutetiere seinen immer größer werdenden Magen nicht füllen. Dies ist der Zeitpunkt, an dem er anfängt sich nach größeren Beutetieren umzusehen. Für gewöhnlich zieht die blanke Meerforelle jetzt in Gebiete mit tieferem Wasser, wo sie sich zu einem Herings- oder Sprottenschwarm gesellt, der zur regelmäßigen Nahrungsquelle wird. Die Forelle ist jetzt ein richtiger "Heringsfresser" geworden, und zieht es vor, ihren Magen mit weniger aber dafür um so größere Happen zu füllen. Da sie sich weit draußen im tiefen Wasser aufhält, wird diese Forelle jetzt immer seltener von Küstenanglern gesehen und der Bootsangler hat quasi das Alleinrecht auf sie. Um sie zu fangen sind größere Köder und kräftigere Geräte als bei den kleineren Artgenossen an der Küste erfordert. Auf den Punkt gebracht, benimmt sich die Meerforelle, die Heringe als Nahrungsgrundlage hat, jetzt wie ein Lachs. Sie legt große Strecken zurück und wächst rasch. Meerforellen in der Größenordnung 5-10 kg sind keine Seltenheit in Begleitung der Herings-, Sprotten-, oder Sandaalschwärme.