Hower Fliegenfischer Club e.V.

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Schlechte Aussichten

Mandal Südnorwegen (StGe) Die Mandalselva galt bisher immer als gute und günstige Möglichkeit, um ein paar Tage zum Lachsfischen zu fahren - oft auch erfolgreich! Leider sind unsere Hoffnungen nicht wahr geworden, dass nach einigen Jahren mit mageren Fängen nun wieder gute Jahre folgen würden, denn auch in 2009 blieben die Fangergebnisse weit unter den Erwartungen.
 
Jetzt kann man spekulieren, ob es hierfür natürliche Gründe gibt wie Aufstiegs-Rhytmen oder aber kommerzielle wie die Netzfischerei in der Mündung oder das Kraftwerk im Oberlauf. Letzteres scheint für mich am naheliegendsten.
 
Zum Hintergrund: Der Unterlauf des Mandal wird von einem Kraftwerk reguliert. Das Wasser aus den Bergen wird im Oberlauf angestaut und durch die Turbinen geleitet, wodurch Strom erzeug wird. Hierfür verantwortlich ist das Laudal Kraftwerk, welches von Agder Energi AS betrieben wird. Wenn Sie sich die Statistiken im Internet ansehen, werden Sie feststellen, dass die Produktion seit 2004 um über 180% gestiegen ist und verständlicherweise günstigen Strom für die Kommune liefert.
Mit Zunahme der Stromproduktion sind aber auch die Fänge zurückgegangen was die Statistiken zeigen. Nun könnte man denken, dass viel Wasser doch eigentlich eine gute Fischerei nachsichziehen sollte, aber so ist es leider nicht, denn zwischen Zone 2 und 3 gibt es einen Wasserfall, den die Fische nur bei niedrigem Wasserstand überqueren können. So kam es nun zu Interessenkonflikten zwischen den Eigentümern der Flussabschnitte und den Verantwortlichen des Kraftwerks. Da die Betreiber des Kraftwerks nicht einlenkten, dachte man sich, sprengen wir einfach den Felsen beim Wasserfall und die Fische können diesen dann leichter überqueren. Leider ging dieses Experiment in die Hose und der gegenteilige Effekt war die Folge.

Bei unserer Ankunft lag der Wasserstand bei 150 Kubikmeter pro Sekunde. Erschwerte Bedingungen also nicht nur für uns Fischer, sondern auch für die Lachse. Bekannt ist der Mandal für seine vielen kleine Grilse. Noch in den Vorjahren gingen uns viele dieser Spaßmacher in Zone 3 an die Fliegenrute, doch bei diesem Wasserstand wurden diese gänzlich vermisst. So wurden lediglich ein paar große Standfische gefangen, die bereits zu Beginn der Saison hochgezogen waren und zumeist mit Wurm oder Blinker.

Zwar fiel das Wasser im Laufe der Woche, doch nach Aussagen der Einheimischen muss der Wasserstand auf unter 40 Kubikmeter fallen, damit die Grilse des Fossen überqueren. Erst als wir bereits wieder in Hamburg waren, fiel das Wasser für lediglich einen Tag auf unter 40 qm und sofort wurden viele kleine blanke Grilse beobachtet und auch gefangen. Aber schon einige Tage später war das Wasser wieder auf über 70 qm und die Fänge gingen zurück.

Mit 7 Mann fingen wir in dieser Woche genau einen Lachs von 6,5 kg. Ein toller Fisch aber natürlich viel zu wenig. Schlechte Aussichten also für die kommenden Jahre. Trotzdem hatten wir auch ohne Lachs wieder eine Menge Spaß, was die nachfolgenden Bilder belegen.
 
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