Reisebericht Mandalselva Septemer 2007
Mandal (SG) - Kleinbus und Anhänger voll bepackt, fuhren wir Anfang September in Hanstholm auf die Fähre und noch im Hafen stürzten wir uns auf das ersehnte Frühstücks-Buffet der norwegischen Schnellfähre, die uns in nur zwei Stunden nach Kristiansand bringen sollte. Ein strahlend blauer Himmel über dem Skagerrak ließ eine ruhige Fahrt vermuten, doch der Wellengang, den der Sturm der Vortage verursacht hatte, ließ die Fähre derart aufschaukeln, dass schon nach wenigen Seemeilen die ruhige Fahrt zur Zerreißprope für jeden Magen wurde! An die Nachspeise trauten sich nur noch die Wenigsten und die einst strahlenden Gesichter wurden immer blasser. So waren wohl alle heilfroh als sie zweieinhalb Stunden später wieder festen Boden unter den Füßen hatten und wir die letzten Kilometer ansteuerten. Eine dreiviertel Stunde später hatten wir bereits ersten Blickkontakt zum Fluss, an dem wir nun eine Woche lang auf Lachsjagd gehen würden. Wenige Autominuten später erreichten wir unsere Unterkunft in Usland, wo uns der Hausherr Sigmund bereits erwartete.
Nachdem alles in den beiden Wohnungen verstaut war, stiegen wir wieder ins Auto, um noch schnell die Fischerei-Lizenzen zu besorgen, denn wir wollten unbedingt noch ein wenig fischen, bevor es dunkel wurde. Im Lachscenter angekommen, wurde das Gerät sorgfältig desinfiziert. Wir kehrten zur Wohnung zurück und stellten unsere Ausrüstung zusammen, knoteten Vorfächer und Fliegen an die Schussköpfe unserer Zweihandfliegenruten und stiegen nur wenige Meter von der Unterkunft entfernt mit Wathose und Watjacke in den Fluss. Die ersten Würfe sollten nun gemacht werden. Bereits im Vorfeld der Reise hatten die Kursteilnehmer einige Unterrichtsstunden in Unterhand- und Überkopfwerfen bei mir absolviert und waren somit gut vorbereitet. Auch wenn sie ein wenig nervös und aufgeregt waren, beim allerersten Kontakt mit einem richtigen Lachsfluss, so waren sie doch schon "kleine Profis". Wenige Würfe dauerte es, bis sich bereits die ersten Fische zeigten - Standfische, die zum einen oder anderen Sprung ansetzten und uns Angler tüchtig motivierten! Der erste Biss blieb jedoch aus - das wäre ja auch zu schön gewesen! Am Abend saßen wir gemeinsam in unserem gemütlichen Wohnzimmer und tauschten erste Eindrücke aus. In der folgenden Woche würde der Wecker nun regelmäßig um Fünf Uhr in der Früh klingeln, damit wir zum morgentlichen Fischen aufbrechen können.
Ein erfolgreicher Lachsangler muss eben bei Sonnenaufgang bereits am Wassr sein, um die guten Standplätze abzufischen! Immer in der Hoffnung, dass sich ein Fisch in der Nacht am Angelplatz eingestellt hat. Nach dem morgentlichen Fischen wurde der Frühstückstisch gedeckt und Heike erzählte uns von Ihrem ersten "Kontakt": Ein Lachs hatte auf schnelles Einziehen der Schnur reagiert und war derart eingestiegen, dass sie gar nicht anschlagen konnte. Bis zum Mittag wurde ein wenig Schlaf nachgeholt oder noch einige Übungen am Wasser absolviert, Fliegen gebunden oder einfach nur Sonne im Garten getankt. Nach einem herzhaften Lunch ging es anschließend wieder zum Fluss, um in den Abend hinein zu fischen. Nach einer erneuten Nullnummer kamen wir nach Hause und sahen meinen stolzen Vater, der seinen ersten Wildlachs an die Waage hängen durfte. Während wir die nahen Pools befischten, machte er sich still und heimlich auf und fischte einige seiner altbekannten Hot Spots ab. Erfolgreich, wie sich herausgestellt hatte!
Täglich wurden nun die Würfe besser und die Bewegungen im Wasser sicherer. Nur das erhoffte Erfolgserlebnis blieb zunächst aus. Bis plötzlich ein Ruck durch Michaels Rute ging uns er laut "Fiiisch!" schrie. Es folgte ein aufregender Drill mit herrlichen Sprüngen. Als der Fisch müde wurde, griff ich ihnund brachte ihn in sichere Distanz zum Wasser. Wer sonst, wenn nicht unser Freund Michael sollte der Glückliche sein, der dieses kräftiges Lachs-Männchen fangen durfte? Bereits am Skjern war er im vergangen Jahr erfolgreich mit einer sieben Pfund schweren Meerforelle! Lesen Sie hierzu auch den Bericht "Der Riese lebt" in unserem Archiv. Beflügelt durch den schönen Fang, fischten wir konzentriert und motiviert die heißen Spots des Mandalsflusses Tag für Tag ab und verfeinterten dabei unsere Technik und unsere Lachs-Kenntnisse. Immer besser kamen meine Seminar-Teilnehmer mit dem Fluss und dem Zweihandwerfen klar. Leider war 2007 nicht das erfolgreichste Jahr am Mandal und so war es ein hartes Stück Arbeit, überhaupt einen Lachs zu fangen. Insgesamt konnten wir acht Lachse fangen mit Gewichten zwischen 1,1 und 6,0 Kilo. Dabei setzen wir drei Weibchen zurück, die in den nächsten Jahren viele neue Lachse hervorbringen werden. Insgesamt war es ein erfolgreiches und sehr schönes Seminar. Nicht nur, weil wir einige Fische fangen konnten. Vor allem hatten wir eine Menge Spaß! Dabei konnten alle einen Eindruck bekommen, warum die Lachsfischerei die Königsdisziplin der Salmonidenfischerei ist und warum Norwegen eines der schönsten Länder der Welt ist.
Schauen Sie sich hierzu die Bilder an und merken Sie sich den Termin für das kommende Jahr. Vom 02. bis 09. August 2008 findet das nächste Seminar am Mandal statt - vielleicht ja sogar mit Ihnen!?